Zwei Studien – zwei Welten – zwei Leben

Ich bin vom Sternzeichen ein Zwilling. Und die Zahl Zwei hat es mir wohl angetan.

Zweisprachigkeit

Ich habe im Mai 1958 in Cloppenburg in Niedersachsen das Licht der Welt erblickt. Im zarten Alter von zwei ist meine Familie ins Saarland, die Heimat meiner Mutter gezogen. Somit bin ich „zweisprachig“ aufgewachsen mit Hochdeutsch und Saarländisch.

Letzteres ist mir insbesondere in den letzten Jahren vor allem nach dem Tod meiner Eltern und einer meiner Schwestern bewusstgeworden. Kein Mensch kann sich weiter entwickeln ohne seine Wurzeln. Die Verbundenheit mit der Sprache und der Heimat ist eine Kraftquelle, die mich mein ganzes Leben und durch die ganze Welt hindurch getragen hat.

Zwei Studien – Zwei Welten

Ich habe Pharmazie und Mathematik studiert. Beide Fächer haben mich fasziniert, wie mich die beiden Welten, die Arbeit in der Wirtschaft und die Poesie gleichermaßen in ihren Bann gezogen haben.

Und wie ich jetzt auf zwei Feldern der Kochkunst und der Poesie mein zweites Leben beginne und dabei meinen reichen Erfahrungsschatz weitergebe.

Dankbarkeit und Demut

Ich hatte die Möglichkeit, oft zu verreisen und davon Gebrauch gemacht. In Südamerika und in den USA habe ich sogar mehrere Jahre gelebt.

Meine Auslandsaufenthalte haben mir nicht nur Sprachkenntnisse verschafft – ich spreche fließend Englisch und Spanisch und recht gut Französisch – sie haben auch meinen Horizont beträchtlich erweitert. Ich habe die Welt aus vielfältigen Perspektiven betrachten dürfen und dabei vor allem gelernt: Die Schönheit und die Freude überwiegen.

Vor allem habe ich dadurch Dankbarkeit und Demut gelernt. Dadurch ist mir klar geworden, wie sehr mir mein christlicher Glaube eine Quelle der Inspiration und Kraft gewesen ist.  Auch dies hat sich erst in den letzten Jahren aus dem Nebel der Ereignisse herausgeschält.

Zwei Wege der Entwicklung

Beim Karatetraining wird mir immer wieder bewusst, dass es im Leben darum geht, stets neu zu beginnen und sich ständig zu verbessern. Andererseits streben wir danach, unseren Auftrag zu erfüllen. Legt man beide Bewegungen – die Kreisbahn des stetigen Übens und den Pfeil des Auftrags – übereinander ergeben sich Zykloide, bogenförmige Bewegungen, die sich immer wieder überschneiden. Wie ein Katzenauge am Rad eines Fahrrads.